7500 Jahre Landwirtschaft

Mensch.Boden.Technik - 7500 Jahre Landwirtschaft

Die Ausstellung stellt auf 1.500 m² die Entwicklung der Landwirtschaft von der Sesshaftwerdung des Menschen bis zu Gegenwart mulitmedial dar.

Arbeitsgeräte, Fotos, Privatfilme und vieles mehr machen den rasanten Wandel in der Landtechnik und Landarbeit lebendig. Aber auch die Veränderungen in der Haus- und Stallwirtschaft stehen im Fokus.

In Sonderausstellungen werden auch aktuelle Fragen behandelt, wie etwa die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft oder das Höfesterben.

In der Ausstellung laden zahlreiche interaktive Stationen zur Betätigung ein - vom Spielzeugbauernhof bis zur Melkkuh und einem originalen Holzgöpel.

Ein besonderer Anziehungspunkt für das junge Publikum ist die Wendelrutsche im nachgebauten Futtersilo.

Was ist Landwirtschaft?

Der Eingangsbereich befasst sich mit der Frage „Was ist Landwirtschaft?“.

Dabei können Kinder erfahren, welche Pflanzen auf den Äckern zu finden sind und welche Tiere von den Menschen gehalten werden.
Welche Formen von Landwirtschaft gibt es in Österreich und weltweit?
Welche Auswirkungen hat die moderne Intensivlandwirtschaft auf die Umwelt?

Haus- und Stallarbeit

Drei Bereiche, die vom Eingangsbereich abzweigen, widmen sich den traditionellen Arbeitsbereichen der Frauen und der Männer sowie der Tierhaltung und Stallarbeit. In wechselnden Ausstellungen werden die verschiedenen Haus- und Stallarbeiten näher vorgestellt.

Männern und Frauen wurden in bäuerlichen Haushalten unterschiedliche Arbeitsgebiete zugeordnet. Sollten Frauen eher Aufgaben in der Hauswirtschaft (wie Kinderbetreuung, Kochen und Flachsverarbeitung) wahrnehmen, übernahmen Männer Transporte mit dem Zugvieh, Tätigkeiten auf den Feldern (wie Pflügen) und im Wald.

Die Stallwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten fundamental gewandelt. In der Ausstellung werden etwa die Geräte für das „Sauabstechen“ gezeigt, ein Kuhstall der 1960er Jahre und das Milchhaus von Wutzendorf, wo die Milch für den Transport in die Molkerei gesammelt wurde, rekonstruiert.

Feldarbeit

Über eine mit Lift barrierefrei ausgestattete Treppe (oder alternativ mit einer Rutsche) gelangt man in die große Halle.

Ausgehend von der Situation um 1850 bieten acht Infosäulen Interessantes zu Bodenbearbeitung, Getreidebau, Zuckerrübenbau, Kartoffelbau, Futterbau, Düngung/Pflanzenschutz, Antriebsquellen sowie Forschung/Innovation. Typische landtechnische Geräte verdeutlichen den technischen Fortschritt, der zugleich mit einer Einsparung von Arbeitskräften einherging.

Ein Highlight ist das Traktor-Schnittmodell eines Steyr 188, das im Unterricht in der „Landmaschinenschule“ Mold der NÖ Landwirtschaftskammer Verwendung fand.

Freigelände

Im Freigelände sind die Großgeräte (z.B. Mähdrescher, Kartoffelvollernter) zu besichtigen.

In einem historischen, dislozierten Stadel werden Traktoren und Transportgeräte wie Leiterwagen und Schlitten präsentiert. In einem weiteren Stadel steht die Entwicklung der Dreschmaschinen seit dem 19. Jahrhundert im Zentrum. Zudem ist eine Erdäpfeldämpfkolonne zu besichtigen. Mit solchen Gemeinschaftsanlagen konnten große Mengen von Erdäpfeln gedämpft und für den Winter einsiliert werden. Damit konnte die Schweinemast in der Mitte des 20. Jahrhundert verbessert werden.

Pflügen, Eggen, Walzen - Bodenbearbeitung

Die Bearbeitung des Ackerbodens soll die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten und steigern. Sie schafft im Idealfall optimale Bedingungen für das Wachstum der Nutzpflanzen. Während noch vor einem Jahrhundert einfache, mit Zugtieren gezogene Werkzeuge zum Einsatz kamen, setzen Landwirte heute auf hochmoderne, an Traktoren angebaute Maschinen.

Die Ausstellung zeigt eine beeindruckende Sammlung von historischen Pflügen und die Änderung der Pflugtechnik in den letzten 100 Jahren.

Vom Sterz zur Packerlsupp’n

Küche und Kochen auf dem Land

Küche, Kochen und Essgewohnheiten haben sich in den letzten zweihundert Jahren grundlegend gewandelt. War die Küche vor 150 Jahren ein kleiner, ungemütlicher und verrauchter Raum, wurde sie im 20. Jahrhundert zusätzlich Aufenthalts- und Essraum.
In neuester Zeit verfließen die Grenzen zwischen technisierter Kücke, Ess- und Wohnbereich

Die Ausstellung bietet realitätsnahe Rekonstruktionen einer Rauchküche, einer Küche der Zwischenkriegszeit mit Sparherd sowie einer Küche aus den 1960er Jahren. Was wurde in diesen Küchen gekocht und wo wurden die Speisen eingenommen? Welches Essgeschirr verwendete man?

Manche mögen's heiß

Landwirtschaft im Klimawandel

Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Aufgrund des stark gestiegenen globalen Ausstoßes an Treibhausgasen durch die Nutzung fossiler Brennstoffe sind in den letzten Jahrzehnten die Temperaturen weltweit angestiegen.

Gerade die Landwirtschaft ist von Klimänderungen direkt betroffen, da in und mit der Natur produziert wird.
Durch das vermehrte Auftreten von Hitze- und Trockenphasen sowie von anderen extremen Wetterereignissen sind die Betriebe gezwungen, die Bewirtschaftung zu ändern. sie weichen etwa auf trockenresistente Feldfrüchte und Baumarten aus. Außerdem werden Pflanzen gezüchtet, die Dürre und Hitze besser standhalten und resistent gegen Schädlinge und Krankheiten sind. Manche mögen's zum Glück heiß.