Räuber­hauptmann Grasel

Johann Georg Grasel

Dem 1790 in Südmähren geborenen und 1818 in Wien hingerichteten „Räuberhauptmann“ Johann Georg Grasel ( Jan Jirí Grázl) legte man über 200 Straftaten im Wald- und Weinviertel, im südlichen Böhmen und Mähren zur Last. Schon zeitlebens erlangte er Berühmtheit.

Ihm wird eine Dokumentation im sogenannten „Graslturm“, einem Wehrturm der Stadtmauer, gewidmet.

Zu den Straftaten des aus ärmlichsten Verhältnissen stammenden Grasel zählten anfangs Diebstähle und kleinere Einbrüche, später auch schwerer Raub und Raubmord.
1815 wurde er in Mörtersdorf bei Horn gefangen genommen und nach einem umfangreichen Gerichtsverfahren zum Tod durch den Strang verurteilt.

In der Volksüberlieferung wurde er posthum als edler Räuber stilisiert, der wie Robin Hood die Reichen bestahl und die Armen beschenkte. Daraus folgte auch eine touristische Vermarktung Grasels.
Jenseits jeder Romantik spiegelt sich in seiner Geschichte die Lage sozialer Randgruppen im frühen 19. Jahrhundert wider, und wie die Obrigkeit mit ihnen verfuhr.